Metamorphose

 Lange habe ich überlegt, lange habe ich die damit verbundenen Aufwände gescheut, aber letztendlich habe ich mich doch dazu durchgerungen mich von alten Gewohnheiten zu trennen und durch Neues zu ersetzen. Die Gründe sind vielfältig, einige davon behalte ich für mich, den eigentlichen Hauptgrund werde ich ich im folgenden Text aufs digitale Papier bringen.

 Was ist passiert? Um das zu beschreiben muss ich etwas weiter ausholen. Vor geraumer Zeit war ich auf der Suche nach einer Pseudonym, mit dem ich mich leidlich unerkannt im Netz bewegen konnte, ohne gleich jedem anderem Netizen meine wirkliche Identität preiszugeben. Ich hatte bis dahin zwar schon diverse Pseudonyme genutzt, allerdings erschien mir keines davon wirklich für meine Zwecke geeignet zu sein. Ein Wunsch von mir war, das es eine direkte Verbindung zu meiner Person herstellen würde, ohne, dass es gleich Jedem auffallen würde. Zu dieser Zeit sah ich im Fernsehen einen Film, in dem sich der Hauptdarsteller zwecks der Verschleierung seiner Person eines Anagramms bediente, was mich an meinen Plan erinnerte und die Idee gebar, mich für mein neues Pseudonym genau dieser Technik zu bedienen.

 Gesagt, getan. Ich bewaffnete mich mit Papier und Bleistift, fing an meinen Namen in seine Bestandteile zu zerlegen und zu einem neuen Begriff zusammenzusetzen. Nunja, einfach ist das nicht, besonders wenn man den Ansatz verfolgt einen Begriff zu kreieren, der einerseits aussprechbar und andererseits auch einen gewissen Sinn ergeben soll. Nach einer Weile hatte ich einen Begriff gefunden, der mir seinerzeit als ein guter Kompromiss zwischen den eben genannten Ansätzen ergab und so gab ich mir das Pseudonym „MisterWhotan“.

 Anfänglich fand ich das ganz gut, aber im Laufe der Zeit bemerkte ich, dass sich insbesondere bei mir persönlich bekannten Personen ein gewisses unverständliches Augenzucken bei der Nennung meines Pseudonyms einstellte, an welches ich bis dahin aber schon bereits diverse Netzdienste gekoppelt hatte.

 Ein Gefühl sagte mir , dass dies evtl. mit dem Wortteil „Whotan“ zusammenhängen könnte, der eine gewisse Ähnlichkeit zu einem gewissen „Wotan“ aufwies, welcher ursprünglich bekannterweise mal eine germanische Gottheit war, später dann aber von einen leidlich irren Österreicher arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, weil dieser der Meinung war, die nordische Mythologie für seine eigenen perversen politischen Zwecke missbrauchen zu müssen. Nachdem ich das erkannt hatte, fühlte ich mich im Laufe der Zeit immer unwohler mit diesem Pseudonym. Da ich es aber mittlerweile in unzählbaren Netzdiensten benutzte, konnte ich mich lange Zeit nicht dazu durchringen in den sauren Apfel zu beißen und mich erneut nach einem, für mich kompatibleren Pseudonym, umzuschauen.

 Neulich dann stiess ich im Internet eher zufällig auf eine Seite, welche sich mit Anagrammen beschäftigte. Da ich von der Idee an sich immer noch begeistert war, las ich mich ein wenig ein und fand recht bald weitere Seiten, welche auch Anagramm-Generatoren zur Verfügung stellten. Das ist natürlich eine ganz andere Liga als „Pen and Paper“, wenn auch dort die Qualitätsunterschiede der Algorythmen hinter einem solchen Generator enorm sind. Letztendlich fand ich aber ein Tool, welchen nicht nur Müll ausspuckte, sondern tatsächlich verwendbare Wortlisten generierte. Leider waren diese überwiegend in englischer Sprache, dabei fanden sich aber schon durchaus interessante Ansätze, wie z.B. „Wet Harmonist“, „Timeworn Hats“ oder auch „Worthiest Man“ ;).

 Nun dachte ich mir, was in englisch geht, muss auch im Deutschen zu machen sein und nach ein wenig Suchen fand ich einen weiteren Generator, der auch die deutsche Sprache bedienen konnte. Nach digitalgeistigen Ergüssen wie „O weh! St.Martin“, „Etwas mit Horn“ oder „Wahres Mit Ton“ blieb ich dann letztendlich bei „Hast mein Wort“ hängen, welches mir insbesondere für die Nutzung von Twitter und als Name für ein Blog recht geeignet erschien.

 Nach einer Nacht „darüber schlafen“ fand ich mein „Neues“ immer noch gut, Grund genug, um mal zu recherchieren, ob nicht schon Andere ebenfalls auf die Idee gekommen waren, dieses Pseudonym zu benutzen. Erfreulicherweise war dem nicht so und als mir eine Nachfrage bei der Denic bescheinigte, das auch die Domain hastmeinwort.de noch zu haben ist, stand mein Entschluss fest. Wenig später habe ich dann meine alte Domain misterwhotan.de an die Denic zurückgegeben und mir hastmeinwort.de gesichert.

 Als erstes Resultat wird der Ein oder Andere sich vielleicht wundern, das sich mein Pseudonym in seiner Friendslist geändert hat. Bei Twitter und Facebook z.B. kann man sich recht einfach umbenennen, ohne dass es dabei zu nennenswerten Verlusten kommt. Bei anderen Diensten werde ich wohl neue Accounts anlegen, bei einigen werde ich wohl auch ganz verschwinden, weil diese Dienste eh keinen nennenswerten Gebrauchswert für mich haben. Man wird sehen, wie sich das die nächste Zeit weiterentwickelt.

 Achso, ja, das Wichtigste ;).

 Mein Blog „winnies-welt.de“ bzw.“longhill.de“ sind dieser Veränderung anheim gefallen und statt dessen lest ihr nun her weiter. Im Zuge der Umbenennung habe ich mein Blog komplett neu aufgesetzt und nur einige wenige Artikel aus dem alten Blog hier importiert. Ein positiver Aspekt ist, das das Blog eine Menge Altlasten zurücklassen konnte und ich hier jetzt eine deutlich saubere Installation von WordPress habe.

  Upps, schon wieder Mitternacht durch, um 5:00 Uhr ist die Nacht zu Ende, sprich, dass wars für heute , Gut´s Nächtle und bis denne mal ;) …

-twi-

 

Veröffentlicht von

Extrem-Gadgeteer, Netaholic, Musik- und Serienjunkie, Politik(er)verdrossener, Genussmensch und bekennender Fleischfresser ;)

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar